Erebos – Ursula Poznanski

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Autor:
Ursula Poznanski
Titel: Erebos
Seiten: 491 Seiten
Verlag: Loewe Verlag
Erschienen: 19. Juni 2019
Preis: 19,95 €
ISBN-10: 3743205319
ISBN-13: 978-3743205314

Inhalt [amazon.de]:

Tritt ein oder kehr um! Dies ist Erebos.

Nick ist besessen von Erebos, einem Computerspiel, das an seiner Schule von Hand zu Hand weitergereicht wird. Die Regeln sind äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance, Erebos zu spielen. Er muss dabei immer allein sein und darf mit niemandem über Erebos reden. Wer dagegen verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann das Spiel nicht mehr starten. Was aber am merkwürdigsten ist: Erebos erteilt Aufträge, die in der realen Welt ausgeführt werden müssen. Und dann befiehlt das Spiel Nick, einen Menschen umzubringen.

Meine Meinung:
Dank einer Aktion des Verlags durfte ich in den inneren Kreis zu diesem Buch aufsteigen. Nachdem ich das Buch gelesen habe, weiß ich gar nicht, ob ich auf diesen Titel stolz sein sollte. Dieses Buch ist für viele wahrscheinlich gar keine Neuheit mehr, denn erstmals erschien Erebos bereits 2010 im Loewe Verlag. Zum Jubiläum erschien nun zusätzlich zu dem zweiten Teil eine „Limited Edition“ beider Bücher.

Auch ich habe mir vor Jahren mal das Buch gekauft und sogar reingelesen. Warum auch immer konnte es mich zum damaligen Zeitpunkt nicht in seinen Bann ziehen und ich hatte es direkt wieder verschenkt. Was für ein Fehler! Nachdem ich erfahren habe, dass es fast 10 Jahre später einen zweiten Teil geben wird und die begeisterten Stimmen erneut entfacht wurden, war für mich klar, dass ich dem Buch noch eine Chance geben muss. Dass ich dann auch noch im inneren Kreis gelandet bin, war ein glücklicher Zufall.

Dies ist zusätzlich mein erstes Buch der Autorin gewesen und ich war schon sehr gespannt auf den Schreibstil, da ich meistens nur Gutes darüber gehört habe. Auch ich scheine ihr verfallen zu sein. Der Schreibstil ist klar und einfach. Die Szenen teilweise sehr spannend geschrieben und als junges Mädchen hätte ich wahrscheinlich noch mehr mitgefiebert.

Die Charaktere waren mir am Anfang nicht sonderlich sympathisch. Nick ist ein 16-jähriger Junge, der beim Zocken gerne aggressiv wird, wenn etwas nicht so läuft, wie er es gerne hätte. Natürlich unterstreicht das den Sog, den Erebos auf die Spieler ausübt, allerdings habe ich eine persönliche Abneigung gegen solche Leute, die grundlos aggressiv werden, nur weil in einer virtuellen Welt nicht alles läuft wie geplant.

Seine Eltern sind irgendwie auch ein bisschen komisch. Mit Nicks Bruder gebrochen, weil er kein Arzt werden und nun mit seiner Freundin ein Tattoo-Studio eröffnen will, und Nick teilweise zum Schwänzen motivieren, weil er so müde ist. Irgendwie nicht ganz so konsequent, für die Story aber auch nicht wichtig.

Die Spielercharaktere der jeweiligen Mitschüler von Nick sind ingame ziemlich authentisch dargestellt worden. Ebenso die aufgebaute Welt, die Regeln und die Quests die erledigt werden mussten. Manchmal kamen mir die Szenen sogar zu kurz und ich hätte gerne mehr Zeit in Erebos selbst gehabt. Da ging es mir wahrscheinlich wie den meisten Spielern, denn irgendwann bezogen sich die Aufgaben zum Erwerben von neuen Fähigkeiten und Leveln hauptsächlich in der realen Welt. Und wozu das dann am Ende führt müsst ihr selbst lesen.

Mir war die Auflösung und das Ende des Buches etwas zu einfach und ich hätte mir da noch etwas Spannenderes gewünscht, allerdings darf man nicht vergessen, dass es sich hier um einen Jugendthriller handelt und in diese Richtung passt das dann auch sehr gut.

Alles in allem hat mir Erebos gut gefallen und ich bin geneigt noch mehr von der Autorin zu lesen. Vielleicht hat ja jemand eine klare Empfehlung abseits von Erebos – schreibt es mir gerne in die Kommentare.

Ich werde jetzt direkt Abstand von dem PC nehmen und Teil 2 von Erebos lesen. Dieser spielt fast wie das Erscheinen des Buches auch 10 Jahre später. Ich bin gespannt, denn noch hat Erebos mich nicht losgelassen.

Fazit: Spannender deutscher Jugendthriller!

Buchpunkte:
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Der goldene Kompass – Philip Pullman

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Autor: Philip Pullman
Titel: Der goldene Kompass
Originaltitel: His dark materials 1 – Northern Lights
Seiten: 464 Seiten
Verlag: CARLSEN
Erschienen: 30. Oktober 2015
Preis: 19,99 €
ISBN-10: 3551583404
ISBN-13: 978-3551583406

Inhalt [amazon.de]:

Lyra lebt in einem College in Oxford und bekommt eines Tages Besuch von ihrem Onkel Asriel, der dort für eine Expedition in den hohen Norden werben will. Er zeigt den Wissenschaftlern unglaubliche Bilder von dem, was er dort zu finden glaubt: eine ganz andere, fantastische Welt! Kurz nach seiner Abreise geschehen merkwürdige Dinge: Ein Kind nach dem anderen verschwindet. Ob das etwas mit der Expedition zu tun hat? Als es auch Lyras besten Freund betrifft, macht sie sich selbst auf in den Norden und findet tatsächlich die Brücke zwischen den Welten. Mutig wagt sie den ersten Schritt

Meine Meinung:
Mit „Der goldene Kompass“ von Philip Pullman habe ich einen literarischen Jugendbuch-Klassiker gelesen und ich danke dem CARLSEN-Verlag für diese wunderschöne Neuauflage.
Für mich gehörte diese Reihe irgendwie immer in die Zeit von Harry Potter und dennoch habe ich es bis vor kurzem einfach nie gelesen. Neugierig geworden bin ich letztendlich durch den Trailer zu der HBO-Serie die noch dieses Jahr erscheinen wird.

Ich muss gestehen, dass mir der Einstieg in die Geschichte etwas schwer gefallen ist. Irgendwie kam ich nur langsam rein, obwohl die Szenerie und der Schreibstil mich tatsächlich in die Harry Potter Zeit versetzt hat. Wahrscheinlich lag dies einfach daran, dass mir einige Erklärungen gefehlt haben, die erst nach und nach eingebaut wurden. Der Zauber dieser Geschichte hat mich daher anfangs leider nur sehr langsam in seinen Bann ziehen können.

Lyra war mir als Hauptprotagonistin am Anfang gar nicht so richtig sympathisch. Ich konnte mich zunächst nicht mit ihr identifizieren, was mir in jüngeren Jahren vielleicht leichter gefallen wäre. Doch die Beziehung zu ihr hat sich im weiteren Verlauf zum Glück etwas verändert, weil sich ihr Charakter in meinen Augen etwas verändert und sie sich entsprechend weiterentwickelt. Das tat der Geschichte wirklich sehr gut und hat schlussendlich die gewisse Magie freigesetzt. Trotzdem konnte ich ihre Art manchmal einfach nicht ausstehen. Sie ist sehr von sich überzeugt und spricht mit anderen manchmal echt sehr frech, beinahe verzogen. Das hat es mir oft wirklich nicht leicht gemacht, sie zu mögen.

Am liebsten war mir wohl die Idee mit den Seelentieren. Dies wurde so wunderbar erdacht und umschrieben, dass ich mir fast selbst eins wünsche. Große Liebe geht raus an Pantalaimon und Iorek Byrnison den Panzerbären. Diese beiden sind mir wirklich sehr ans Herz gewachsen und waren oft der Grund für das Weiterlesen.

Der Erzähl- und Schreibstil des Autors haben mir ganz gut gefallen. Stellenweise fehlte mir leider was, aber im Großen und Ganzen konnte mich Philip Pullman überzeugen und hat in mir tatsächlich das gewisse Gefühl aus der Kindheit zurückholen können.

Dieses Buch weist für mich leider ein paar Schwächen auf, über die ich in meiner Gesamtbewertung leider nicht hinwegsehen kann. Angefangen beim Charakter Lyra und den teilweise fehlenden Erklärungen. Dennoch hat es sehr viel Spaß gemacht in diese Welt einzutauchen und ein Abenteuer fernab der Realität zu erleben.

Ob ich den nächsten Teil lesen werde? Am Anfang hätte ich wahrscheinlich sofort gesagt, dass diese Reihe nichts für mich ist, ich bin da einfach rausgewachsen. Aber die Welt um Lyra hat das Abenteuer-Kind in mir geweckt und freut sich nicht zuletzt wegen dem spannenden Ende von Band eins auf den nächsten Teil.

Diese Reihe bestand bis vor kurzem immer aus drei Teilen. Dies hat sich inzwischen geändert. Mit „Über den wilden Fluss“ ist die Vorgeschichte erschienen und am 29.11.2019 wird es mit „Ans andere Ende der Welt“ einen offiziellen vierten Teil geben, der auch im CARLSEN Verlag veröffentlicht wird!

Ich bin schon jetzt sehr auf die Umsetzung der Serie gespannt, da der Film mich damals nicht so ganz überzeugen konnte. Da unter anderem aber James McAvoy im Cast vertreten ist, den ich als Schauspieler unglaublich schätze, bin ich da richtig guter Dinge.

Fazit: Ein Jugendbuch-Klassiker für Abenteurer und die es noch werden wollen!

Buchpunkte:
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Die perfekte Lüge – Michelle Sacks

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Autor: Michelle Sacks
Titel: Die perfekte Lüge
Originaltitel: You Were Made for This
Seiten: 384 Seiten
Verlag: btb
Erschienen: 08. April 2019
Preis: 11,00 €
ISBN-10: 3442718236
ISBN-13: 978-3442718238

Inhalt [amazon.de]:

Davon haben sie immer geträumt: Ein Haus in den Wäldern, Blaubeerkuchen und Gartenarbeit – das gute, das einfache Leben. Als Merry und Sam mit dem kleinen Conor aufs schwedische Land ziehen, können sie kaum glauben, wie glücklich sie sind. Doch dann kommt Merrys älteste Freundin Frank zu Besuch und das Glück zeigt erste Risse. Frank weiß Dinge über Merry, die sonst niemand weiß. Sie baut sofort eine Bindung auf zu dem kleinen Conor, versteht sich prächtig mit John. Und ganz allmählich fühlt sich Merry aus dem eigenen Leben verdrängt..

Meine Meinung:
Auf dieses Buch bin ich durch die spannende Inhaltsbeschreibung gestoßen. Im ersten Moment klingt es nach einem Thriller, wie man ihn schon zu Hauf gelesen hat, aber irgendwas hat mich in den Bann gezogen und mich dazu bewegt es unbedingt lesen zu wollen. Dem Impuls bin ich dann auch direkt nachgegangen und hatte es innerhalb kürzester Zeit durch.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr einfach und sie versteht es, die Kapitel kurz und knapp zu halten und so den Leser am Buch zu halten. Durch die stetigen Perspektivwechsel, bleibt der Spannungsbogen durchweg erhalten. Man lernt die Hauptfiguren Merry, Sam und Frank kennen. Jeder dieser Menschen bekommt ihre eigenen Szenen und Rückblicke, die dem Leser wahrscheinlich die Motive und Charaktereigenschaften näherbringen sollen. Umso verwirrender wird das Katz-und-Maus-Spiel dann, weil man die einzelnen Handlungen teilweise nur schlecht nachvollziehen kann und sich fragt, wer welche Geheimnisse verbirgt.

Ich hatte das Buch wirklich extrem schnell durch und das hat mir im Nachhinein sehr gut gefallen. Seit der Inhaltebschreibung wollte ich einfach wissen, was es mit den Geheimnissen auf sich hat. Ich denke ich würde auf jeden Fall erneut etwas von der Autorin lesen. Dass das Buch in Schweden gespielt hat, war in Ordnung für mich. Ich habe allerdings gemerkt, dass ich wohl kein großer Fan von skandinavischen Krimis und Thrillern bin.

Mir war keiner der Personen sonderlich sympathisch, denn in meinen Augen haben alle irgendwie den Schuss nicht gehört und sind absolut verrückt. Einzig Baby Conor ist mir ans Herz gewachsen und tat mir leid. Sein Wohl und sein Leid gingen mir sehr nah und ich habe beim Lesen den Eltern gegenüber stellenweise echten Ekel empfunden. Da ich nicht zu viel verraten kann, um nicht zu viel vorwegzunehmen, fällt es mir schwer, auf die genauen Taten einzugehen.

Ich habe gemerkt wie ich am liebsten die Augen vor solchen Gräueltaten verschließen würde, allerdings hat mir dies auch gezeigt, dass es solche Menschen im realen Leben ganz bestimmt überall auf der Welt gibt. Und das ist wirklich sehr schlimm. Eine Empfehlung fällt mir daher auch tatsächlich etwas schwer, denn Spaß macht dieses Buch nicht. Aber das heißt in meinen Augen auch, dass die Autorin es geschafft hat, sehr realistisch zu schreiben.

Das Ende lässt einen irgendwie mit einem mulmigen Gefühl zurück. Die ganze erzeugte Stimmung war durchweg einfach nur deprimierend. Abschließend kann ich für mich sagen, dass ich froh war, diese grau beschriebene Szenerie endlich verlassen zu dürfen.

Fazit: Ein solider skandinavischer Krimi, der Stoff für einen klassischen ARD-Film bietet.

Buchpunkte:
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