Stell dir vor, dass ich dich liebe – Jennifer Niven

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Autor:  Jennifer Niven
Titel: Stell dir vor, dass ich dich liebe
Originaltitel: Holding up the Universe
Seiten: 464 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer
Erschienen: 22. Juni 2017
Preis: 14,99 €
ISBN-10: 373735510X
ISBN-13: 978-3737355100

Inhalt [amazon.de]:
Jack ist der Coolste, der Schönste, von allen geliebt und begehrt. Doch er hat ein Geheimnis: Er ist gesichtsblind. Auf Partys fällt es ihm schwer, seine Freundin unter all den anderen Frauen zu erkennen. Für ihn sieht ein Gesicht wie das andere aus. Dass er schon mal einer vollkommen Fremden ein »Hey Baby« ins Ohr raunt, halten alle für Coolness. Doch Jacks ganzes Leben besteht aus Strategien und Lügen, um sein Problem zu vertuschen: Immer cool bleiben, auch wenn er mal die Falsche küsst. Jedes Fettnäpfchen eine Showbühne! Und dann kommt Libby, die in den Augen vieler so unperfekt ist, wie man nur sein kann. Denn Libby ist übergewichtig. Keine Strategie der Welt kann das vertuschen. Libby ist die Einzige, die erkennt, was hinter Jacks ewigem Lächeln steckt. Bei ihr kann Jack zum ersten Mal einfach er selbst sein.
Aber hat einer wie Jack den Mut, zu einer wie Libby zu stehen?

Meine Meinung:
Ich durfte dieses Buch in der Lovelybooks-Leserunde lesen und war von Anfang sehr gespannt auf den Inhalt, den die Leseprobe schon vorab versprochen hat. Dies ist mein erstes Buch der Autorin gewesen, aber mir war durchaus bewusst, dass ihr erstes Buch „All die verdammt perfekten Tage“ damals sehr gelobt wurde. Nichtsdestotrotz hatte ich keine bestimmte Erwartungshaltung und wurde mehr als positiv überrascht.

Der Schreibstil der Autorin hat mich dermaßen überzeugen können, dass ich noch während des Lesens ihr besagtes Erstlingswerk gekauft habe. Das habe ich wirklich noch nie getan, bevor ich nicht das aktuelle Buch eines Autors beendet habe. Vor allem dann nicht, wenn es das erste Buch des Autors für mich ist. Dieses Buch hat mir so viel gegeben und so viel Spaß gemacht!

Es wird in abwechselnden Kapiteln aus der Perspektive von Jack und Libby erzählt. Mir haben beide Parts unglaublich gut gefallen, wobei mir Libby definitiv mehr ans Herz gewachsen ist. Jemanden wie sie wünscht sich fast jedes Mädchen als Freundin, glaube ich. Jack hat mich in seiner Art manchmal etwas genervt, weil ich seine Handlungen nicht immer nachvollziehen konnte und ihn so manches Mal am liebsten einfach durchgeschüttelt hätte.

Libby hingegen hätte ich gerne manchmal einfach nur in den Arm genommen und danach gemeinsam mit ihr gelesen, gelacht und Spaß gehabt. Sie hat eine große Entwicklung gemacht und ich fand die Vorstellung, dass sie wegen ihres massiven Übergewichtes mit einem Kran aus dem Haus gehoben werden musste furchtbar und für Amerika gar nicht mal so unrealistisch. Traurig aber wahr. Dafür finde ich es umso atemberaubender wie Libby damit umgegangen ist.

Das Buch sprudelt nur so von positiven Messages und sollte von vielen jugendlichen Mädchen und Jungen in der heutigen Gesellschaft gelesen werden, um sich ein Bild von gewissen Problematiken bezüglich Aussehen und Mobbing machen zu können und wie damit umgegangen werden kann. Libby ist so eine herzensgute Persönlichkeit, dass ich sie und ihre erfrischende Art regelrecht vermisse.

Ich kann nachvollziehen, dass einigen das Buch vielleicht nicht ganz so gut gefallen wird wie mir, da es auch ein paar kleine Schwächen hat was einige Reaktionen der Charaktere betriff, allerdings konnte ich mich persönlich mit dem Thema Gewicht und Libby so gut identifizieren, wurde so mitgerissen und überrascht, dass ich für mich einfach voll und ganz perfekt unterhalten wurde. Zudem hat mir dieses Buch eine neue Autorin geschenkt, die ich im Auge behalten werde.

Fazit: Ein unglaublich fesselnder Schreibstil gepaart mit liebevollen Charakteren.

Buchpunkte:
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Don’t kiss Ray – Susanne Mischke

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Autor: Susanne Mischke
Titel: Don’t kiss Ray
Seiten: 320 Seiten
Verlag: dtv Verlag
Erschienen: 07. April 2017
Preis: 12,95 €
ISBN-10: 3423740264
ISBN-13: 978-3423740265

Inhalt [amazon.de]:
Waffeln zum Frühstück, Shitstorm am Abend

Am Waffelstand eines Musikfestivals lernen Jill und Ray sich kennen und zwischen ihnen funkt es sofort. Leider fällt das verabredete Date einem Gewittersturm zum Opfer und Jill stellt sich darauf ein, dass sie Ray nie wiedersehen wird – nur um später, beim Konzert der Nachwuchsband „Broken Biscuits“, aus allen Wolken zu fallen: Der Leadsänger der Band, dessen Poster (nicht nur) die Wand ihrer besten Freundin schmückt, ist kein anderer als Ray! Und damit nicht genug: „Hallo, Mädchen mit der Puderzuckernase, falls du da bist … Tut mir leid, dass es vorhin nicht geklappt hat. Versuchen wir es morgen noch mal?“, ruft er ins Publikum. Und handelt sich und Jill ungeahnte Probleme ein: Nicht nur, weil Ray laut Vertrag keine Freundin haben darf, sondern vor allem, weil ein fanatischer Fan die beiden fotografiert hat und im Netz eine wahre Hetzjagd lostritt. Jill und Ray müssen sich trennen, bevor ihre Beziehung richtig begonnen hat, doch vergessen können sie sich nicht …

Meine Meinung:
Auf das Buch bin ich durch den Verlag selbst aufmerksam geworden. Das Cover hat mich zunächst nicht angesprochen, allerdings konnten mich die Inhaltsangabe und die Leseprobe neugierig machen. Ich erwartete eine süße Geschichte für ein paar sonnige Lesestunden. Und genau das habe ich hier auch bekommen und bin im Nachhinein immer noch positiv überrascht von dem Buch. Scheinbar waren meine Erwartungen dann doch etwas niedriger als ursprünglich gedacht.

Die Charaktere haben mir gut gefallen und waren in meinen Augen für die Art Roman sehr gut ausgearbeitet. Jill war mir ziemlich sympathisch und oft konnte ich mich mit ihr identifizieren. Mit Ray bin ich auch sehr schnell warm geworden. Toll empfand ich es, dass teilweise auch Kapitelabschnitte aus Rays Perspektive erzählt worden sind. Dies gibt einem genau den richtigen Blick auf die Geschehnisse und lässt einen mitfiebern.

Die Geschichte an sich ist recht einfach strukturiert, aber genau das hat irgendwie Spaß gemacht. Man konnte sich wunderbar berieseln lassen, mit den Charakteren schmunzeln und sich erfreuen. Oft habe ich mich in meine Teenie-Zeit zurückversetzt gefühlt, in der man noch die BRAVO gelesen und sich mit dem Privatleben einiger Promis beschäftigt hat. Wer hat nicht für seine Lieblingsband oder seinen Lieblingssänger geschwärmt und Tagträumen nachgeeifert?!

Obwohl das Buch nicht besonders dick ist und die Geschichte nicht unbedingt tiefsinnig ist, konnte die Autorin sehr viel Gefühl reinbringen. Ich persönlich finde dies sehr selten in kürzeren Büchern mit einer recht einfachen Geschichte wieder. Hier bekommt man mehr als man im ersten Moment denkt. Die Gedanken, Problematiken und Gefühle der Hauptpersonen wurden im richtigen Maß beschrieben und dem Leser näher gebracht.

Der Schreibstil von Susanne Mischke hat mir auch sehr gut gefallen und ich würde auf jeden Fall weitere Bücher der Autorin lesen. Ihre Art und der jugendliche Stil konnten mich auf ganzer Linie überzeugen und ich denke, dass viele Mädchen im Alter von 13 Jahren ihren Spaß an dem Buch finden werden.

Fazit: Ein wunderbares Buch für sommerliche Tage auf dem Balkon oder im Park!

Buchpunkte: 
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Seit du bei mir bist – Nicholas Sparks

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Autor: Nicholas Sparks
Titel: Seit du bei mir bist
Originaltitel: Two by Two
Seiten: 576 Seiten
Verlag: Heyne
Erschienen: 27. März 2017
Preis: 19,99 €
ISBN-10: 3453268776
ISBN-13: 978-3453268777

Inhalt [amazon.de]:
Manchmal ist das Ende erst der Anfang …

Mit 34 glaubt Russell auf der absoluten Glücksseite des Lebens zu stehen: Er hat eine umwerfende Frau und eine süße kleine Tochter, ein wunderschönes großes Haus und beruflichen Erfolg. Doch dann zerbricht sein Traum binnen kürzester Zeit: In der Ehe zeigen sich deutliche Risse, und eine berufliche Neuorientierung erweist sich als gefährliche Sackgasse. Vollkommen unvermittelt steht er mit einem Mal da, verlassen und arbeitslos, und soll sich allein um die fünfjährige Tochter London kümmern. Zunächst fühlt er sich komplett überfordert, nur langsam schafft er es, sich aus der Krise herauszukämpfen. Dabei hilft ihm auch eine Frau, die er für immer verloren glaubte. Doch dann schlägt das Schicksal erneut zu …

Meine Meinung:
Wie viele andere auch, bin ich ein großer Sparks-Fan und habe mich auf seinen neuen Roman sehr gefreut. Dass ich jemals so eine Rezension über einen seiner Romane schreiben würde, hätte ich beim besten Willen nicht für möglich gehalten. Aber leider ist dem so und da gibt es auch nichts zu beschönigen: „Seit du bei mir bist“ hat mir nicht gefallen.

In der Regel ist es ja so, dass man sich in die Charaktere, insbesondere in die männlichen, bei einem Nicholas Sparks-Roman sofort verliebt. Mir ging es bisher zumindest sehr häufig so. Doch hier ist es leider nicht ansatzweise der Fall. Selten war mir jemand so unsympathisch und ging mir so auf den Geist wie Russ. Von seiner Ehefrau wollen wir gar nicht erst anfangen, die schießt den Vogel ab. Ich habe regelrecht einen Hass auf die beiden entwickelt.

Dadurch, dass ich die Charaktere größtenteils einfach überhaupt nicht mochte, war mir ihr Schicksal auch relativ egal und in meinen Augen vieles auch komplett selbstverschuldet. Auch weiß ich irgendwie nicht, warum die Geschichte so in die Länge gezogen wurde. Wenn ich ganz ehrlich bin, war die Geschichte fast bis zum Schluss langweilig und uninteressant. Es gab keine Höhepunkte oder Spannungsmomente, keine schönen Liebesszenen. Nichts. Ich kann verstehen, wenn Leute das Buch abbrechen und war am Ende froh, es tatsächlich beendet zu haben.

Gefühlt besteht das Buch aus einer langen Einleitung und einem Ende. Am Anfang dachte ich noch, dass es wieder ein schöner, typischer Liebesroman wird, aber ich wurde spätestens dann enttäuscht, als nach 300 Seiten immer noch nichts Großartiges passiert ist und immer noch über Russ‘ ach so furchtbares Leben lamentiert wurde. Natürlich ist es nicht schön, was Russ passiert ist, aber oft war er einfach selbst Schuld und sowas passiert heutzutage so vielen Menschen.

Da könnte man jetzt natürlich behaupten, dass dieses Buch eine realitätsnahe Geschichte aus dem Leben erzählt. Damit kann ich mich anfreunden. Warum ich darüber ein Buch mit über 500 Seiten lesen muss, erschließt sich mir allerdings nicht. Lediglich das Ende war dann etwas Sparks-typisch, wobei auch das nicht mehr überzeugen konnte und mir ein Augenrollen abverlangte. Es fehlt von vorne bis hinten an Gefühl.

Mir persönlich hätte es besser gefallen, wenn irgendwann eine richtige Liebesbeziehung thematisiert worden wäre. So wie man es von Nicholas Sparks kennt und liebt. Oder wieder in die spannende Richtung gehen, das kann der Autor ja auch, wie er bereits bewiesen hat. Mir hat er mit „Seit du bei mir bist“ einen Flopp auf ganzer Linie beschert und meiner Meinung nach ist er hier einen sehr langweiligen und uninteressanten Weg gegangen. Ich hoffe sehr, dass sein nächster Roman wieder besser ist.

Es tut mir in der Leserseele weh, das über ein Buch von einem meiner Lieblingsautoren zu schreiben, aber es bringt auch nichts es zu beschönigen.

Fazit: Diesen Sparks kann man guten Gewissens aussetzen!

Buchpunkte:
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Dark Matter – Blake Crouch

dark matter goldmann blake crouch rezension
Autor:
Blake Crouch
Titel: Dark Matter – Der Zeitenläufer
Originaltitel: Dark Matter
Seiten: 416 Seiten
Verlag: Goldmann
Erschienen: 27. März 2017
Preis: 16,00 €
ISBN-10: 3442205123
ISBN-13: 978-3442205127

Inhalt [amazon.de]:
„Bist du glücklich?“ Das sind die letzten Worte, die Jason Dessen hört, bevor ihn ein maskierter Mann niederschlägt. Als er wieder zu sich kommt, begrüßt ihn ein Fremder mit den Worten: „Willkommen zurück, alter Freund.“ Denn Jason ist in der Tat zurückgekehrt – doch nicht in sein eigenes Leben, sondern in eines, das es hätte sein können. Und in diesem Leben hat er seine Frau nie geheiratet, sein Sohn wurde nie geboren. Und Jason ist kein einfacher College-Professor, sondern ein gefeierter Wissenschaftler. Doch ist diese Welt real? Oder ist es die vergangene Welt? Wer ist sein geheimnisvoller Entführer? Und vor die Wahl gestellt – was will er wirklich vom Leben: Familie oder Karriere? Auf der Suche nach einer Antwort begibt Jason sich auf eine ebenso gefährliche wie atemberaubende Reise durch Zeit und Raum. Eine Reise, die ihn am Ende auch mit den dunklen Abgründen seiner eigenen Seele konfrontieren wird …

Meine Meinung:
Dieses Buch wurde mir von dem Verlag selbst empfohlen. Das Cover hatte mich im ersten Moment überhaupt nicht angesprochen und ich war schon kurz davor die Mail zu löschen, aber nachdem ich mir die genauere Beschreibung durchgelesen habe, war ich sofort Feuer und Flamme. Ich wollte mich einfach mal wieder auf etwas Neues einlassen. Etwas, dass ich in der Form noch nicht gelesen habe und zu dem ich wahrscheinlich auch nicht selbst gegriffen hätte. Zur Umschlaggestaltung komme ich übrigens am Ende meiner Rezension, denn die ist etwas ganz Besonderes.

Ich war von der ersten Seite an gefesselt. Der Schreibstil des Autors hat mir unglaublich gut gefallen und auch nebensächliche Szenen erschienen mir durchaus wichtig und ich wollte immer unbedingt wissen wie es mit Jason weitergeht. Diesen Spannungsbogen hat Blake Crouch zum Großteil das ganze Buch über halten können. Erst zum Ende hin, hat die Spannung etwas für mich nachgelassen.

Die Charaktere in dem Buch haben mir ganz gut gefallen, keiner ist mir besonders sympathisch gewesen, aber darauf zielt der Roman auch nicht ab und er funktioniert ganz ohne große Sympathien. Man kommt mit Jason als Hauptfigur wunderbar klar, er wurde gut ausgearbeitet und passend gewählt. Sein Leben wirft die typischen Fragen auf, die sich wohl jeder schon mal gestellt hat. Einfach, weil man im Leben ja oft wichtige Entscheidungen treffen muss und sich im Nachhinein automatisch fragt, was wäre gewesen wenn.

Da ich mich mit den Thema „Zeit und Raum“ im privaten Bereich gar nicht so gerne beschäftige und auch Filme wie „Interstellar“ total öde und abstrakt finde, musste ich mich zwischendurch, bei wichtigen Erklärungen, stark konzentrieren und manchmal auch einen Absatz wiederholt lesen. Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig die Erklärungen verstanden zu haben, sonst könnte es passieren, dass man mit einigen Handlungen durcheinander kommt und vielleicht auch den Anschluss zu der Geschichte verpasst oder denkt, dass sich der Autor verzettelt hat.

Ab einem gewissen Punkt ist man aber total in der Geschichte aufgegangen und hat mit Jason mitgefiebert. Lediglich das Ende hat mir irgendwie nicht ganz so gut gefallen. Ich hatte zwar überhaupt keine Vorstellung darüber, wie es enden wird, aber irgendwo hat mir das gewisse Etwas, dass dieses Buch vorher so gut aufgebaut hatte, gefehlt. Es war irgendwie unspektakulär im Vergleich zum Anfang.

Nichtsdestotrotz konnte mich das Buch absolut überraschen, für sich einnehmen und hat mir wirklich gut gefallen. Ich muss zugeben, dass ich das nicht erwartet hatte. Sollte der Autor weitere Bücher schreiben, werde ich sie mir auf jeden Fall kaufen, denn selten ist ein Buch über eine längere Zeitspanne dermaßen spannend und fesselnd gewesen. Durch „Dark Matter“ von Blake Crouch habe ich eine neue Leseerfahrung gesammelt und bin dem Thema rund um Parallelwelten nun wieder etwas aufgeschlossener.

Das Buch eignet sich in meinen Augen für einen richtig spannenden Kino- oder Fernsehfilm und die Rechte sollen wohl auch schon nach Hollywood verkauft worden sein, und der Autor an einem Drehbuch schreiben. Mein Wunsch während des Lesens wurde also scheinbar schon im Voraus erfüllt.

Fazit: Diesen Autor sollte man im Auge behalten – großes Kino!

Buchpunkte:
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Zur Umschlaggestaltung:

Der Verlag hat sich hier wirklich viel Mühe gegeben und ich möchte euch den Einblick nicht vorenthalten. Auf folgenden Links gelangt ihr zu dem Entstehungsprozess des Buchumschlages und dem Making-of der Produktion. Ich wünsche euch viel Spaß, mir hat diese zelebrierte Buchliebe sehr gefallen.

Wie entsteht ein Buchumschlag?
Making-of

Depression abzugeben – Uwe Hauck

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Autor: Uwe Hauck
Titel: Depression abzugeben
Seiten: 427 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 13. Januar 2017
Preis: 10,00 €
ISBN-10: 3404609220
ISBN-13: 978-340460922

Inhalt [amazon.de]:
Seelische Erkrankungen verschleppt man oft und das kann schiefgehen. Uwe Hauck möchte über das Tabuthema Depressionen aufklären, den Betroffenen die Angst vor Psychiatrien nehmen und einen Einblick in das geben, was einem in der Klapse erwartet. Offen, schonungslos und unterhaltsam lässt er uns an seinem Therapieverlauf teilnehmen und spart nicht mit Anekdoten über Beschäftigungsmaßnahmen, wie Korbflechten, Maltherapien oder Ausdruckstänzen. Denn die Klapse ist nichts anderes als ein Krankenhaus für gebrochene Seelen, und eigentlich sind in der Klapse eher normale Menschen, die mit dem Wahnsinn da draußen nicht mehr fertig werden, so der Autor.

Meine Meinung:
Wer mich kennt, weiß, dass ich für das Thema Depressionen und seelische Erkrankungen immer offen bin. Dadurch wurde ich in der Lesejury auf dieses Buch aufmerksam und habe mich auf die Leserunde beworben. Ich hatte tatsächlich großes Glück und wurde ausgewählt. Ich kann an dieser Stelle ein großes Dankeschön aussprechen, denn dieses Buch konnte mir sehr viel geben.

Dennoch fällt es mir unglaublich schwer ein Buch zu bewerten, welches einem Tatsachenbericht entspricht und von dem Autor selbst so durchlebt wurde. Ich möchte ungern einen Lebensabschnitt und die Krankheit eines Menschen derart bewerten. Nichtsdestotrotz bekommt ihr hier meine Meinung und eine Buchbewertung, allerdings zielt diese nicht zu sehr auf den Ablauf der Geschichte ab, denn die hat sich der Autor ja nicht ausgedacht, sondern entsprechend selbst erleben müssen.

Gerade dies ist ein starker Pluspunkt von dem Buch. Es ist wirklich sehr realitätsnah geschrieben worden und in der Leserunde hatten wir auch noch einige Fotos von Uwe Hauck bekommen. Unter anderem von seinen kreativen Ergebnissen der Therapien oder die Gebäude der Institutionen in denen er untergebracht wurde. Das hat einen in der Vorstellungskraft noch viel mehr unterstützt und man hat den Bezug zu dem Menschen Uwe Hauck einfach noch deutlicher zu spüren bekommen.

Wir gehen mit Uwe auf eine Reise durch seine Krankheit. Vieles wird ab einem gewissen Punkt wiederholt, dies hat das Buch stellenweise etwas langatmig erscheinen lassen. Allerdings konnte man dies auch nicht weglassen, denn in den entsprechenden Situationen mussten gewisse Dinge einfach wiederholt werden und dies ließ sich auch nicht vermeiden. Wie bereits angekündigt, ist dies ein Erfahrungsbericht mit knallharten Fakten und Tatsachen.

Von einigen Dingen war ich auch regelrecht geschockt und ich wünsche niemandem auf solche Ärzte und Institutionen angewiesen sein zu müssen. Klar, einigen mag eine gewisse Therapie helfen, während andere überhaupt nichts damit anfangen können, dennoch hat mir manchmal eine gewisse Nähe zum Patienten gefehlt. Ein gezieltes auf die einzelne Person eingehen. Oft hatte ich das Gefühl, dass Uwe und seine Mitpatienten Nummern sind, die einfach abgearbeitet und abgefertigt werden müssen. Dies ist in der heutigen Zeit aber wahrscheinlich ein allgemeines Problem der heutigen Gesellschaft.

Das Ende des Buches kommt dann leider auch etwas schneller als gedacht, was mir im Endeffekt nicht ganz so gut gefallen hat. Es hat ein bisschen den Eindruck hinterlassen, das Buch schnell beenden zu müssen. Dies ist im gesamten betrachtet allerdings nur ein kleiner und zu verschmerzender Minuspunkt. Ich für meinen Teil wünsche Uwe nur das Beste und danke ihm für dieses unglaublich starke Buch.

Mich hat das Buch ein paar Wochen begleitet und so hatte ich das Gefühl, dass auch Uwe mich irgendwie in den letzten Wochen begleitet hat. Es ist kein Buch, was man einfach mal so in einem Rutsch durchliest. Man kann viel daraus mitnehmen, wenn man sich darauf einlässt und sich auch entsprechende Zeit nimmt. Viele Stellen habe ich mir markiert, um sie mir später erneut durchlesen zu können. Ich selbst habe keine attestierten Depressionen oder Angstzustände, dennoch haben einige Dinge, die der Autor gedacht und durchgemacht hat, auf mich zugetroffen.

Durch solche Bücher und entsprechende Texte, bekommt man als Leser und auch als Betroffener oder Angehöriger Hoffnung. In meinen Augen sollten dieses Buch möglichst viele Menschen gelesen haben. Denn es ist die reine Wahrheit und öffnet vielleicht auch einigen die Augen. Depressionen sollten niemals ein Tabuthema sein und dazu trägt dieses Buch bei. Ich hoffe Uwe Hauck wird noch viele Patienten etc. damit ansprechen und vielleicht auch helfen können.

Fazit: Hut ab vor so viel Offenheit! Ein Buch das viele Menschen gelesen haben sollten.

Buchpunkte:
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Der Prinz der Elfen – Holly Black

Der Prinz der Elfen von Holly Black
Autor:
Holly Black
Titel: Der Prinz der Elfen
Originaltitel: The darkest part of the forest
Seiten: 416 Seiten
Verlag: cbt Verlag
Erschienen: 03. April 2017
Preis: 16,99 €
ISBN-10: 3570164098
ISBN-13: 978-3570164099

Inhalt [amazon.de]:
Holly Black ist zurück – mit einer grandiosen Elfenfantasy!

Die Geschwister Hazel und Ben leben in dem Ort Fairfold, der an das magische Elfenreich grenzt. Seit Jahrzehnten steht dort, mitten im Wald von Fairfold, ein gläserner Sarg, in dem ein Elfenprinz schläft – von Touristen begafft und von der Bevölkerung argwöhnisch beäugt, auch wenn Hazel und Ben die alten Geschichten nicht glauben. Seit Kindertagen fühlen sie sich zu dem schlafenden Jungen magisch hingezogen, ihm vertrauen sie alle ihre Geheimnisse an. Inzwischen ist Hazel 16 und küsst immer neue Jungs, um die Leere in ihrem Herzen zu füllen. Doch als eines Tages der Sarg leer ist und der Prinz erwacht, werden die Geschwister in einen Machtkampf der Elfen gezogen. Hazel muss die Rolle annehmen, in die sie sich als Kind immer geträumt hat: als Ritter gegen ein dunkles Monster kämpfen…

Meine Meinung:
Eigentlich bin ich kein großer Fan von Elfengeschichten. Allerdings mochte ich schon einige Bücher, bei denen Holly Black mitgewirkt hat und der Plot dieser Geschichte klang in meinen Ohren ganz ansprechend. Dennoch verrate ich euch wohl nicht zu viel, wenn ich erwähne, dass mich auch dieses Buch nicht von Elfengeschichten überzeugen konnte. Sie scheinen wohl einfach nicht meins zu sein, ob das nun an meiner fehlenden Vorstellungskraft in diesem Bereich liegt, vermag ich nicht zu behaupten.

Die Charaktere haben mir allesamt nicht besonders gefallen. Leider konnte mich keiner von ihnen überzeugen, geschweige denn mein Herz erobern. Hier ist es aber nicht so, dass mir die Charaktere unsympathisch waren, ich konnte mich bloß mit keinem von ihnen identifizieren und sie blieben für meinen Geschmack auch zu oberflächlich dargestellt. Mir hat eine nähere Verbindung gefehlt. Positiv empfand ich, dass auch das Thema Homosexualität aufgegriffen wurde, was mir in dieser Verbindung und im Jugendbuch-Fantasy-Bereich noch nicht oft begegnet ist.

Der Schreibstil von Holly Black hat mir gefallen und das Buch liest sich sehr zügig. In diesem Fall ging mir das alles sogar zu schnell und man bekommt eine sehr kurzweilige Geschichte geliefert. Der Sprachstil erinnert mich an Bücher von Nina Blazon, die an ein jüngeres Publikum gerichtet sind. Dadurch hatte ich stellenweise das Gefühl, dass die Charaktere wesentlich jünger als 16 gewesen sind. Das Cover finde ich unglaublich trashig. Ich weiß nicht wieso, aber mich würde es im Buchladen eher weniger zum Kauf verführen, allerdings passt es tatsächlich sehr gut zum Inhalt!

Gefallen hat mir die Idee, dass die Elfen in Fairfold bekannt sind. Dass die Menschen die in Fairfold leben wirklich über die Existenz Bescheid wissen. Viele Touristen kommen nur deswegen in diesen Ort und das hat mir gefallen. Das hatte etwas Magisches an sich und zeigte zugleich die Gefahr, in der die beiden Welten koexistieren. Die Sage um den gehörnten Jungen im gläsernen Sarg hätte mich als junges Mädchen auch sehr fasziniert und ich wäre auch mehr als neugierig gewesen.

Dennoch konnten meine Erwartungen leider einfach nicht erfüllt werden. Im Großen und Ganzen ist mir zu wenig passiert und der angepriesene Plot wurde mir einfach zu schnell und zu einfach gelöst. Mir hat die Tiefe gefehlt. Allerdings darf man nicht vergessen, dass es sich hier um ein Jugendbuch handelt, welches junge Mädchen mit einer Liebe zu Elfen und Folklore sicherlich zu begeistern weiß.

Fazit: Eine süße Geschichte für Zwischendurch. Nicht mehr und nicht weniger.

Buchpunkte:
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Hallo Leben, hörst du mich? – Jack Cheng

Hallo Leben hoerst du mich von Jack Cheng

Autor:
Jack Cheng
Titel: Hallo Leben, hörst du mich?
Originaltitel: See you in the cosmos, Carl Sagan!
Seiten: 384 Seiten
Verlag: cbt Verlag
Erschienen: 06. März 2017
Preis: 14,99 €
ISBN-10: 357016456X
ISBN-13: 978-3570164563

Inhalt [amazon.de]:
Was würdest du tun, wenn du allein mit deiner Mom lebst, die manchmal ihre “ruhigen Tage” hat, und du planst, deinen iPod mit einer selbstgebauten Rakete ins All zu schießen, um den Außerirdischen das menschliche Leben auf der Erde zu erklären?

Ganz einfach: Der 11-jährige Alex wagt gemeinsam mit seinem Hund Carl Sagan die große Reise quer durchs Land zu einer Convention von Raketen-Nerds. Dabei lernt er nicht nur die unterschiedlichsten Menschen kennen, sondern erfährt auch eine Menge über Freundschaft, Familie, Liebe und all die anderen Dinge, die das Leben als Mensch so lustig, traurig, wunderschön und überraschend machen. Und zum Schluss ist Alex´ Welt um viele kostbare Freundschaften und sogar eine Schwester reicher.

Meine Meinung:
Wie bekomme ich es hin, dass dieses Buch von so vielen Menschen wie möglich gelesen wird? Auf dieses Buch hat der Verlag selbst mich aufmerksam gemacht und niemals hätte ich damit gerechnet, dass mir dieses Buch derart gut gefallen würde. Niemals. Es klang interessant, aber eben auch nach einem Buch für die jüngere Leserschaft. Aber was habe ich mich getäuscht! Es ist durchaus für jüngere Leser geeignet und in meinen Augen auch gerade für Jungs im Alter von 12, die das Lesen gerade für sich entdecken.

Und auch wenn ich kein 12-jähriger Junge bin, konnte mich „Hallo Leben, hörst du mich?“ von Jack Cheng zutiefst berühren und mitreißen. Deswegen empfehle ich dieses Buch nicht nur den jungen Lesern unter uns, sondern auch allen anderen, begeisterten Lesern von Jugendbüchern. Leute ihr müsst es unbedingt lesen und euch auf den Schreibstil des Autors einlassen. Selten ging mir ein Buch aus der Sicht eines kleinen Jungen so nah und selten habe ich so ein Buch innerhalb von Stunden verschlungen. Man kann sich dem Sog gar nicht entziehen.

Der Autor hat es geschafft sehr realistisch aus der Sicht eines 11-jährigen Jungen zu schreiben. Allein die Sprache und wie sich Alex Dinge erklärt hat mir sehr gut gefallen, es war absolut authentisch. Gleichzeitig schafft gerade diese Besonderheit auch die Ernsthaftigkeit im richtigen Maße rüberzubringen, denn Alex hat es im Grunde nicht einfach. Er wächst bei einer Mutter auf, die einfach keine Kraft für Erziehung und Kinder hat. Der Bruder ist bereits weggezogen. Es ist aber nicht so, dass Alex dies nun total runterzieht. Nein, er kocht für seine Mum und kümmert sich herzzerreißend liebevoll um sie. Für ihn ist das normal und er stellt dies auch nicht in Frage.

Ein erwachsener Leser bekommt diese Problematik natürlich sofort mit und es schwingt eine gewisse Last mit. Und gleichzeitig möchte man Alex in den Arm nehmen und vor allem Leid beschützen. Zunächst weiß man auch gar nicht, wie genau es um die Familienverhältnisse bestellt ist, das gibt der Geschichte sogar eine Portion Spannung und lässt einen nicht von den Seiten los. Das etwas nicht stimmt, wird allerdings sofort klar. Und doch wird das Buch nicht von der Traurigkeit dominiert, sondern wartet auch mit Witz und Humor auf. Diese Mischung war einfach wunderbar gewählt.

Die Geschichte wird in den Aufnahmen für die Außerirdischen erzählt. Zu jeder Gelegenheit nimmt Alex etwas auf, in der Hoffnung, dass die Außerirdischen genügend Informationen über die Menschheit erhalten, sollten diese mal zu Besuch auf die Erde kommen. Diese Aufnahmen möchte er ins All schicken und in seiner kindlichen Vorstellung wird dies auch sehr bald geschehen. Ob er das wirklich schafft, müsst ihr selbst entdecken, denn das werde ich euch nicht verraten. Ich persönlich empfand diese Idee und Wünsche eines Jungen sehr erwärmend.

In diesem Buch steckt so viel mehr als die Inhaltsbeschreibung vermuten lässt. Deswegen empfehle ich euch, das Buch einfach mal zur Hand zu nehmen, ohne viel auf die Beschreibung zu geben. Die verrät für meinen Geschmack auch zu viel. Ich bin mir sicher, dass es auch euch verzaubern kann. Und solltet ihr einen Sohn in dem Alter haben, der Interesse für Bücher hegt: Kauft es ihm. Ich kann mir gut vorstellen, dass durch dieses Buch die Leseleidenschaft in jungen Jahren geweckt werden kann.

Ich hoffe sehr, dass man von dem Autor noch mehr lesen wird, denn schreiben kann er grandios! Mich hat das Buch mit einem wunderbaren Gefühl beschenkt und lässt mich mit einem Lächeln auf den Lippen zurück.

Fazit: Unerwartetes Jahreshighlight.

Buchpunkte:
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Ragdoll – Daniel Cole

Daniel Cole Ragdoll Review Rezension Dein letzter Tag WonderlandBooks TheWonderlandBooks Ullstein Verlag Thriller

Autor: Daniel Cole
Titel: Ragdoll – Dein letzter Tag
Originaltitel: Ragdoll
Seiten: 480 Seiten
Verlag: Ullstein Verlag
Erschienen: 27. März 2017
Preis: 14,99 €
ISBN-10: 3548289193
ISBN-13: 978-3548289199

Inhalt [amazon.de]:
Der umstrittene Detective William Oliver Layton-Fawkes, genannt Wolf, ist nach seiner Suspendierung wieder in den Dienst bei der Londoner Polizei zurückgekehrt. Wolf ist einer der besten Mordermittler weit und breit. Er dachte eigentlich, er hätte schon alles gesehen. Bis er zu einem grausigen Fund gerufen wird. Sechs Körperteile von sechs Opfern sind zusammengenäht zu einer Art Flickenpuppe, einer »Ragdoll«.
Gleichzeitig erhält Wolfs Exfrau eine Liste, auf der sechs weitere Morde mit genauem Todeszeitpunkt angekündigt werden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, doch der Ragdoll-Mörder ist der Polizei immer einen Schritt voraus. Und der letzte Name auf der Liste lautet: Detective William Oliver Layton-Fawkes

Meine Meinung:
Die Rezension zu diesem Buch fällt mir leider unglaublich schwer. Ich hatte mich wirklich sehr auf dieses Buch gefreut, weil mich der Plot an eine meiner Lieblingsserien erinnerte: Hannibal. Da gibt es eine Folge, wo auch Leichenteile „zusammengebastelt“ wurden und ich war sofort fasziniert und neugierig auf das Buch. Zudem konnte man vor ein paar Monaten für das Cover abstimmen und es war tatsächlich mein „Wunschcover“.

Warum auch immer konnte mich das Buch nicht so begeistern, wie ich es mir erhofft hatte. Leider kann ich auch nicht genau darlegen, warum es mich einfach nicht so überzeugen konnte. Ein großer Punkt ist wahrscheinlich der, dass ich zu den Charakteren keine Bindung aufbauen konnte. Ich hatte am Anfang auch massive Probleme all die Namen und Charaktere auseinander zu halten und mir zu merken. Das hat mich echt unglaublich an mir selbst genervt und ich hatte kaum Spaß.

Irgendwann hat sich das dann gegeben, trotzdem kam ich oft nicht hinterher. Es passiert wirklich viel auf den 480 Seiten, was eigentlich für das Buch spricht. Nichts finde ich bei einem Thriller schlimmer, wenn kaum etwas passiert. Dennoch kam ich manchmal einfach nicht mehr mit. Es waren mir einfach zu viele Personen und Situationen und ich konnte mich schlecht konzentrieren. Zudem gibt es viel zu viele Erzählstränge und Nebenhandlungen, die oft auch uninteressant waren. Es wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, nicht ausschließlich aus Wolfs Sicht und das hat mir nicht auch gefallen.

Vielleicht lag das auch daran, dass Daniel Cole seine Figuren immer mal wieder anders genannt hat. William Oliver Layton-Fawkes wird zum Beispiel gerne mal mit Wolf, Will oder Fawkes angesprochen. Da er nicht die einzige Erzählstimme hatte, war das für mich persönlich noch störender. Ab irgendeinem Punkt sind es einfach zu viele Namen und Wolf ist nicht die einzige Figur gewesen, die unterschiedlich angesprochen wurde.

Der Schreibstil von Daniel Cole hat mir sehr gut gefallen und ich würde durchaus ein weiteres Buch von ihm lesen. Die Geschichte an sich fand ich in Ordnung, aus dem Plot hätte man meiner Meinung nach aber irgendwie mehr herausholen können. Irgendwo blieb die Spannung auf der Strecke. Zum Ende hin wurde nochmal einiges an Verwirrung gestiftet und das hat ordentlich mitfiebern lassen. Trotzdem hat mir im Gesamten einfach etwas gefehlt. Ich hätte das Buch auch nicht als Thriller eingeordnet, sondern eher als Krimi. Vielleicht bin ich aber auch einfach anderes gewohnt was Spannung und Brutalität etc. angeht.

Wolf war mir als Hauptfigur schlichtweg nicht sympathisch. Ich mochte ihn einfach nicht. Aber auch die anderen Charaktere haben es nicht besser gemacht. Ich kann mich an keine Figur erinnern, die ich nett fand und deren Entwicklung mich ernsthaft interessiert hat.

Vielleicht gebe ich der Reihe nochmal eine Chance, sollte ein zweiter Band erscheinen, allerdings bin ich mir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sicher und tendiere eher zu einem Abbruch der Reihe. Potenzial war auf jeden Fall da, wurde aber in meinen Augen nicht ausgeschöpft. Schade.

Fazit: Konnte meine Erwartungen nicht erfüllen.

Buchpunkte:
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Das Licht und die Geräusche – Jan Schomburg

dtv verlag jan schomburg das licht und die geräusche
Autor:
Jan Schomburg
Titel: Das Licht und die Geräusche
Originaltitel:
Seiten: 256 Seiten
Verlag: dtv Verlag
Erschienen: 10. März 2017
Preis: 20,00 €
ISBN-10: 3423281081
ISBN-13: 978-3423281089

Inhalt [amazon.de]:
Es ist Johanna schleierhaft, warum sie und Boris kein Paar sind. Klar, eigentlich ist Boris mit Ana-Clara zusammen, aber die ist weit weg in Portugal, während Johanna und Boris jede freie Minute miteinander verbringen und über alles reden, außer darüber, warum sie sich noch nicht geküsst haben. Johanna versteht das nicht, und das nervt sie. Und sie will auch verstehen, warum Marcel sich auf der Klassenfahrt nach Barcelona einen Mitschüler wie einen Knecht hält, warum Boris die ganze Zeit kichern muss, während ihn vier Typen auf der Tanzfläche eines Clubs zusammenschlagen wollen, und warum er nach dieser Nacht am See plötzlich verschwunden ist. Gemeinsam mit Ana-Clara und Boris’ Eltern sucht Johanna in Island nach Boris und findet heraus, dass viele Dinge ihr Wesen verändern, je länger man sie betrachtet. Und dass Ana-Claras Augen doch nicht so ausdruckslos sind, wie sie immer gedacht hat.


Meine Meinung:
Auf dieses Buch war ich schon sehr gespannt, da ich mir erhofft hatte, dass es mich in seiner Andersartigkeit begeistern kann. Bezüglich dieser Hoffnung wurde ich auch nicht gänzlich enttäuscht. Anders ist es definitiv. Der Titel des Buches wurde sehr passend gewählt und findet auch seine Erwähnung, was mir gut gefallen hat.

Ich muss gestehen, dass ich die Inhaltsbeschreibung nur kurz überflogen hatte, weil ich mich ganz neutral ohne viel Vorwissen an das Buch heranwagen wollte. Dies war einerseits eine gute Idee, andererseits vielleicht auch nicht. Irgendwie hatte ich etwas komplett anderes erwartet als ich im Endeffekt bekommen habe. Lesen lässt sich das Buch übrigens sehr schnell.

Eine besondere Erwähnung sollten hier der Schreib- und Erzählstil bekommen. Dadurch grenzt sich der Roman von anderen Büchern ab. Es wird ausschließlich aus Johannas Sicht erzählt und oft spricht sie innerhalb eines Kapitels mehrere Dinge und Situationen an, die im ersten Moment komplett durcheinander gewürfelt wirken, am Ende jedoch einen Sinn ergeben. Das ist unglaublich schwer zu erklären. Am Anfang wird eine Situation beschrieben, diese wird durch einen Zeitsprung und eine andere Geschichte unterbrochen und danach wird wieder auf die erste Situation eingegangen.

Mir persönlich hat diese Art total gut gefallen. Am Anfang brauchte man einen kurzen Moment um sich daran zu gewöhnen, aber dann gibt genau dies dem Buch seine Besonderheit. Leider lässt der Inhalt zum Ende hin echt zu Wünschen übrig. Ich war wirklich durchaus begeistert bis ich in den letzten Leseabschnitt gekommen bin. Und dieser hat einfach mal alles kaputt gemacht. Ab diesem Zeitpunkt war das Buch in keiner Weise mehr nachvollziehbar für mich und das hat sich deutlich in der Bewertung bemerkbar gemacht. Das ist echt schade, da mir der größte Teil eigentlich sehr gefallen hat.

Boris ist mir nicht sonderlich sympathisch gewesen. In meinen Augen war er ein sehr kühler Charakter, der auch nicht weiter charakterisiert wurde. Der dicke Minuspunkt hängt zufällig auch mit ihm zusammen. Leider kann ich das hier nicht weiter erläutern, ohne zu spoilern. Aber es kommt zu einer Situation die furchtbar schlecht aufgelöst wurde und die die Ernsthaftigkeit des eigentlichen Problems in meinen Augen zu sehr runtergespielt hat.

Von Ana-Clara erfährt man noch weniger und auch dadurch war sie mir viel zu weit weg, um mir ein stärkeres Bild von ihr zu machen. Johanna ist die einzige, die einem etwas näher gebracht wird, was wahrscheinlich nur daran liegt, dass sie die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt. Aber selbst das konnte sie mir nicht wirklich näher bringen und ich konnte mich auch fast gar nicht mit ihr identifizieren.

Hier wurde leider wirklich sehr viel Potenzial verschenkt, welches sich zum Ende hin immer mehr zugespitzt hat. Hätte es die letzten Kapitel nicht in der Art gegeben, wie es sie nun mal gegeben hat, dann hätte ich das Buch durchaus besser bewertet, aber leider wurde die Geschichte für mich nicht gut aufgelöst und fast schon lächerlich einfach beendet. Nicht nur Boris handelt am Ende seltsam, auch Ana-Clara und Johanna konnte ich in ihrem Handeln überhaupt nicht mehr verstehen.

Fazit: Unglaublich tolle Erzählart, die über den Ausgang der Geschichte leider nicht hinweghelfen kann.

Buchpunkte: 
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Fuchsteufelsstill – Niah Finnik

Niah Finnik Fuchsteufelsstill ullstein fünf
Autor:
Niah Finnik
Titel: Fuchsteufelsstill
Originaltitel:
Seiten: 304 Seiten
Verlag: Ullstein fünf
Erschienen: 07. April 2017
Preis: 14,99 €
ISBN-10: 396101003X
ISBN-13: 978-3961010035

Inhalt [amazon.de]:
Niemand ist normal, ohne verrückt zu sein

Die siebenundzwanzigjährige Juli steht mitten im Leben – manchmal sogar ein bisschen zu sehr. Sie ist Autistin und jeder Tag bedeutet eine gewaltige Masse an Emotionen, die es zu meistern gilt. Als Juli nach einem missglückten Suizidversuch auf eine psychiatrische Station kommt, trifft sie dort auf die überschwänglich-herzliche Sophie und auf Philipp, der mal mehr und mal weniger er selbst, aber stets anziehend für Juli ist. Die drei nehmen Reißaus und verbringen ein gemeinsames Wochenende, nachdem nichts mehr so ist wie zuvor.


Meine Meinung:
In letzter Zeit bin ich auf der Suche. Auf der Suche nach Geschichten die mich berühren und etwas in mir zum klingen bringen. Die mich zum nachdenken anregen und die mich weiterentwickeln. So bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Ich habe mich darauf eingelassen und wurde nicht enttäuscht. Es kam zur richtigen Zeit in der richtigen Stimmung. Allerdings fällt es mir unglaublich schwer meine Meinung in Worte zu fassen.

Der Schreibstil der Autorin ist etwas ganz Besonderes. Er ist klar, ausdrucksstark und ehrlich. Das hat mir wirklich unglaublich gut gefallen. Sie konnte mich damit direkt ansprechen und hat mich berührt. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und mir auch bewusst Zeit gelassen. Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei nicht um ein Buch, dass man einfach mal nebenbei lesen sollte. Es regt zum nachdenken an und das oft über den Buchdeckel hinaus.

Juli war mir von Anfang sehr sympathisch, obwohl sie in meinen Augen einen sehr schwierigen Charakter hat. Sie passt nicht in die Masse, aber gerade das hat mir gefallen. Einige Ängste, die sie empfunden hat, konnte ich sehr gut nachvollziehen. Ich konnte mich teilweise sowieso unglaublich gut mit ihr und ihren Ängsten identifizieren und das hat mich oft sprachlos dasitzen lassen. Niah Finnik hat es geschafft einige Dinge in so schöne Sätze zu verpacken, dass ich sie mir markiert habe.

Sophie hat mein Herz erobert. Sophie ist im Grunde das krasse Gegenteil von Juli und tut ihr in meinen Augen auf eine ganz besondere Art gut. Sophie könnte ich mir als Freundin vorstellen, während es mir mit Juli wahrscheinlich schwer fallen würde. Auch Sophie ist nicht einfach, allerdings von Grund auf fröhlicher Natur. Das hat der Stimmung des Buches wirklich sehr gut getan.

Philipp verblasst in meinen Augen neben Juli und Sophie etwas. Er konnte mich irgendwie nicht so stark berühren. Wahrscheinlich konnte ich mich mit ihm und seiner Krankheit auch einfach am wenigsten identifizieren. Dennoch war gerade sein Lauf der Geschichte höchst interessant für mich, da ich vorher noch nie etwas in diese Richtung gelesen habe oder Menschen kenne, die an seiner Krankheit leiden.

Man mag es kaum glauben, aber die drei funktionieren zusammen auf eine ganz irrwitzige Art total gut zusammen, obwohl sie so verschieden sind. Ich bin gerne mit ihnen durch Berlins Straßen gegangen und habe sie begleitet. Es kam zu ganz spontanen und auch alltäglichen Situationen, die durch ihre jeweiligen Krankheiten entsprechend ausgeartet sind. Die Gedankengänge und die Entwicklung von Juli haben mir wohl am Besten gefallen.

Das Ende des Buches hat mich etwas unentschlossen dastehen lassen, da es meiner Meinung nach abrupt endet ohne ein Ende gefunden zu haben. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie hatte ich einen anderen Abschluss erwartet mit dem ich für mich besser abschließen kann und fühle mich nun einfach ein Stück leer.

Das Buch weckt Emotionen auf einer ganz anderen Ebene als es „normale“ Romane tun. Für mich ist dieses Werk etwas Besonderes und ich hoffe, dass es noch viele Menschen lesen werden. Vielleicht nicht die breite Masse, aber diejenigen, die wie ich, auf der Suche sind.

 Fazit: Ausdrucksstarkes, deutsches Debüt einer sprachgewandten Autorin.

Buchpunkte:
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