Sag ihr, ich war bei den Sternen – Dani Atkins

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Autorin: Dani Atkins
Titel: Sag ihr, ich war bei den Sternen
Originaltitel: While I was sleeping
Seiten: 422 Seiten
Verlag: Droemer Knaur
Erschienen: 01. Oktober 2019
Preis: 9,99 €
ISBN-10: 3426524287
ISBN-13: 978-3426524282

Inhalt [amazon.de]:

Stell dir vor, an deiner Seite steht der Mann, den du liebst. Du spürst seine Hand in deiner, und sie passt perfekt in deine. Es ist sein Lächeln, das dich morgens weckt. Die Zukunft gehört euch beiden, ihr werdet heiraten. Und in deinem Bauch wächst euer Kind heran. Allein der Gedanke daran lässt dein Herz überlaufen vor Glück.
Doch dann: ein unachtsamer Schritt. Ein abgelenkter Autofahrer. Ein schrecklicher Unfall.
Du fällst in einen tiefen Schlaf. Und während du schläfst, geht das Leben einfach weiter. Wenn du erwachst, wird nichts mehr so sein wie zuvor. Denn dein Happy End gehört nun einer anderen …

Meine Meinung:
Die Inhaltsbeschreibung klingt eigentlich nicht sonderlich originell, aber wenn Dani Atkins ein neues Buch geschrieben hat, muss ich es einfach lesen.

Es ist jetzt ungefähr zwei Jahre her, dass ich eins ihrer Bücher zwischen den Fingern hatte und inzwischen wurde es einfach mal wieder Zeit. In meiner Sammlung fehlt mir sogar nur ein Titel und das zeigt mir, dass sich die Autorin ganz unbewusst in mein Leserherz geschrieben hat.

Wer Dani Atkins kennt weiß, dass sie stets sehr ergreifende Geschichten zu erzählen hat. „Sag ihr, ich war bei den Sternen“ ist nicht nur ergreifend, es ist herzzerreißend.

Ohne es vorher gewusst zu haben ist dieses Buch in mehrere Teile gegliedert und das hat mich im ersten Moment tatsächlich etwas aus der Bahn geworfen. Nicht, dass es schon schlimm ist, dass die Hauptprotagonistin Maddie für lange Zeit ins Koma fällt und ihr Leben danach komplett verloren scheint. Nein, man erfährt dann auch noch durch einen kompletten Perspektivwechsel was für eine wundervolle Frau hinter der Ehefrau ihres Ex-Verlobten steckt.

Es ist alles so verdammt tragisch und mir wurde schonungslos mehrfach das Herz gebrochen. Zu keinem Zeitpunkt wollte ich, dass diese Geschichte endet. Ich konnte mir einfach kein Happy End vorstellen und ich hätte einfach nie damit gerechnet, dass ich Chloe so gern haben würde. Was für ein wunderbarer, selbstloser und herzlicher Mensch ist sie einfach? Und das bringt einen als Leser in die Zwickmühle, wem man welches Glück am meisten gönnt. Die Autorin spielt mit den Gefühlen des Lesers und das nicht zu knapp.

Und wenn man denkt, es kann einfach nicht noch schlimmer kommen, setzt Dani Atkins einen drauf. Und das alles ohne, dass es auch nur einen Moment lang aufgesetzt wirkt. Ich habe ihr stets alles abgekauft. Klar, wenn man jetzt die komplette Story einer anderen Person im direkten Gespräch erzählen würde, würde diese wahrscheinlich die Augen verdrehen, aber in diesem Fall sollte man sich wirklich mal selbst von dem Schreibstil der Autorin verzaubern lassen.

Auch der deutsche Buchtitel hat mir persönlich sehr gut gefallen und ich bedanke mich erneut bei dem Verlag und der Übersetzerin für die Möglichkeit, die Bücher von Dani Atkins im deutschen lesen zu dürfen. Es ist bisher jedes Mal ein Lesegenuss gewesen und ich hoffe weiterhin, dass es noch mehr Geschichten der Autorin zu lesen geben wird.

Bisher hat mir immer „Die Nacht schreibt uns neu“ von Dani Atkins am Besten gefallen, doch ich denke „Sag ihr, ich war bei den Sternen“ ist mein neues Lieblingsbuch von ihr. Einfach großartig.

Fazit: Dani Atkins schreibt sich mit „Sag ihr, ich war bei den Sternen“ wie keine andere erneut in das Leserherz ihrer Leser/innen.

Buchpunkte:
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Der Fund – Bernhard Aichner

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Autor:
Bernhard Aichner
Titel: Der Fund
Seiten: 347 Seiten
Verlag: btb
Erschienen: 30. September 2019
Preis: 20,00 €
ISBN-10: 3442757835
ISBN-13: 978-3442757831

Inhalt [amazon.de]:

Warum musste Rita sterben? Wer hat die Supermarktverkäuferin, die doch nie jemand etwas zuleide getan hat, auf dem Gewissen? Hat die 53-jährige wirklich ihr Todesurteil unterschrieben, als sie eines Tages etwas mit nach Hause genommen hat, was sie besser im Laden gelassen hätte? Offiziell ist der Fall abgeschlossen – aber da ist einer, der nicht aufgibt. Ein Polizist, der scheinbar wie besessen Fragen stellt – und Ritas Tod bis zum Ende nicht akzeptieren will…

Meine Meinung:
Auf dieses Buch bin ich durch eine richtig ansprechend geschriebene Rezension auf Instagram gestoßen. Der Autor Bernhard Aichner ist mir seit letztem Jahr ein Begriff. Sein Buch „Bösland“ war gefühlt in aller Munde und ich war stets kurz davor es mir zuzulegen.

Seit Jahren bin ich auf der Suche nach Autoren und Büchern, die mir zumindest ähnlich gut gefallen wie die Geschichten und der Schreibstil von Sebastian Fitzek. Und nach all der Suche bin ich nun vielleicht endlich fündig geworden. Die Antwort auf meine jahrelange Suche lautet Bernhard Aichner.

„Der Fund“ ist mein erstes Buch von ihm und bereits nach kürzester Zeit war ich regelrecht gefesselt von seiner Art zu schreiben. Es war kurz nach Mitternacht und eigentlich sollte ich längst schlafen, doch da griff ich nach diesem Buch, um nur mal kurz reinzulesen. Großer Fehler. Oder großes Glück – wie man es nimmt. Aus dem ausreichenden Schlaf wurde jedenfalls nichts mehr.

Wir bekommen mit Rita Dalek eine Protagonistin die bereits im gesetzten Alter von 53 Jahren angelangt ist. Mir hat das ausgesprochen gut gefallen, da ich bisher kaum Bücher gelesen habe, in denen die Hauptfigur bereits etwas in die Jahre gekommen ist. Zudem ist sie eine einfache Durchschnittsfrau ohne großes Einkommen und großen sozialen Hintergrund. Sie lebt mit ihrem Mann in einer kleinen Wohnung und pflegt neben ihren zwei Jobs eine Nachbarin aus dem dritten Stock.

Der Aufbau der Geschichte ist auch sehr gut inszeniert worden. Man weiß von Anfang an, dass Rita Dalek tot ist. Die Kapitel wechseln stets zwischen einem Ausschnitt aus Ritas Leben und einer Zeugen-Befragung durch einen Ermittlungsbeamten, der im Fall Rita Dalek ermittelt. So erfährt man teilweise vor dem Einblick schon, was Rita Dalek in der Zukunft noch zustoßen wird. Mir hat das ausnahmslos gefallen.

Im Großen und Ganzen kann ich nicht einmal behaupten, dass die Geschichte sonderlich spannend ist oder man auf einen großen Showdown hinaus liest. Wahrscheinlich kann man zu einem gewissen Zeitpunkt auch selbst auf den ungefähren Ausgang des Sterbens Rita Daleks kommen – und dennoch ist es ein absoluter Lesegenuss, den uns Berhnard Aichner hier beschert. Mit dem genauen Ende habe ich nicht gerechnet, aber es hat mich sehr zufrieden zurück gelassen.

„Der Fund“ von Bernhard Aichner liest sich wie ein real existierender Fall von Ferdinand von Schirach oder ein Story aus der True Crime Zeitschrift vom Stern. Da ich von beidem ein sehr großer Bewunderer bin, liegt es nahe, dass mich der Autor und dieses Buch mehr als überzeugen konnten.

Fazit: Bernhard Aichner ist ein Highlight des deutschen Thriller-Genres!

Buchpunkte:
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